Jeder Mensch träumt. Auch wenn man sich nicht bewusst an seine Träume der Nacht erinnert sind Sie da. Seit jeher beschäftigen sich die Menschen auch mit der Bedeutung von diesen Bildern und Gefühlen, welche uns in der Nacht einfallen. Die Interpretation ist dabei immer an Sinnsystem gebunden, früher mythologisch heute psychologisch. Die moderne Traumdeutung hat ihren Anfang 1900 genommen als Sigmund Freud sein Buch „Die Traumdeutung“ publizierte. Heute ist die Bearbeitung von Träumen zentrales Element verschiedenster psychotherapeutischer Ansätze. Allgemein kann man davon sprechen, dass die Deutung anhand von universellen Symbolen und Sinnsystemen sich gewandelt hat zu einer Deutung anhand von individuellen Sinnsystemen und Symbolen. Der Traum kann somit nur vom Träumer als stimmig in seiner Bedeutung erfasst werden. Wissenschaftliche Befunde zeigen uns außerdem, dass sich die Träume der Psychotherapiepatientinnen an die jeweiligen Deutungssysteme der Psychotherapeuten anpassen. Man kann somit von Autopoesie sprechen. Dies ist auch entscheidend für ihre eigene Beschäftigung mit den Träumen. Es geht also nicht darum primär „die Wahrheit“ zu ergründen, sondern „ihre Wahrheit“. Hier ein paar Wege dorthin:
Freie Assoziation: Notieren Sie nach dem Aufwachen den Traum, so wie Sie ihn erinnern. Nehmen Sie sich dann jedes markante Element heraus und bilden Sie möglichst frei Assoziationen zu diesem Element bis Sie den Eindruck haben den Sinn erkannt zu haben. Die sogenannte Traumarbeit sorgt nämlich dazu, dass dieser verdeckt wird. Am Ende können so auch mehrere Sinnelemente stehen, üblicherweise wird jedoch ein klares Thema erkennbar.
Traumsymbolik: Sie können auch die Symbole in ihrem Traum auf ihre Bedeutung prüfen. So z.B. wenn man träumt im Wirtshaus plötzlich eine überhöhte Rechnung zu bekommen, so ist es naheliegend die Redewendung „Die Rechnung ohne dem Wirt gemacht zu haben“ zu nehmen und zu überlegen was dies mit dem eigenen Leben zu tun hat. In letzte Folge können Sie auch versuchen ihre Träume zu übersetzen anhand von Traumbüchern mit Symbolbedeutungen, solange Sie sich selbst und ihr eigenes Empfinden als Richtwert nehmen und nicht starr der Buchbedeutung folgen.
Weiterträumen: Oft lassen uns Träume nicht los. Wir wachen auf und sind noch ganz im Traum gefangen. Hier empfiehlt es sich den Traum, wie üblich, aufzuschreiben und dann in weiterer Folge sich zu trauen weiter zu träumen. Das heißt Sie schreiben einfach so weiter wie Sie sich wünschen den Traum zu beenden. Oft ist dies besonders ergiebig, wenn Sie vorab bereits anhand von freier Assoziation oder Traumsymbolik tiefere Bedeutungsinhalte erschlossen haben und z.B. dem verstorbenen Vater, der sich im Traum zeigte abschließende, verabschiedende Worte sagen.
Extra Alpträume: Die therapeutische Erfahrung zeigt, dass sich gerade auch die Deutung und das Weiterträumen von Alpträumen lohnt. Diese werden dadurch einerseits versteh- wie handhabbarer, was den Schrecken nimmt und andererseits im positiven Sinne aufgelöst. Man sollte allerdings seine ersten Schritte in der Traumbearbeitung vielleicht mit neutralen, oder positiv gestimmten Träumen unternehmen um sich auf für die nächtlichen Schrecken zu sein.